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Jahrestreffen "Schloss Münchhausen"
vom 19.-21.09.2008
Trübsinnige Stimmung. Am Regen, der meinen frisch gewaschenen V8 verunstalten möchte,
liegt es nicht; das Auto ist jetzt nanoversiegelt und läßt sich in Minuten wie-der
glänzend zaubern. Staus scheint es auch nicht zu geben, denn der Weg ist frei, sagt Radio
Niedersachsen. Lang ist der Heimweg ebenfalls nicht, in zwei Stunden werde ich in Hamburg sein,
warum dieser kaum faßbare Schwermut?
Die Gedanken pendeln hin und her zwischen mehreren Erlebnissen eines besonders erfreulichen
Club-Events, das die Seele hat aufblühen lassen, wenn dies denn gewünscht war. Vor meinem
geistigen Auge tut sich eine wunderschöne Landschaft auf, insbesondere die „Umweg-Etappe“
am zweiten Tag, die von einer geradeswegs berauschenden Fahrt durch Birken- und seltene
Eichenalleen sowie eine süchtig machende Almauffahrt in sanften Serpentinen gekennzeichnet
war, deren weite Radien meinen LWB endlich einmal nicht vor das Problem ständigen Zurücksetzens
in Richtung Abgrund gestellt haben.
Auch die Fähre war entgegen meiner anfänglichen Befürchtung eher ein selten erlebtes Highlight, denn
ein spoilermordendes Ungetüm. Klink’s schöner DB9 vor mir kam locker auf das Boot und spätestens dann
legten sich die leicht gesträubten Nackenhaare, denn die Bodenfreiheit eines DB9 ist minimal gegen
die eines neunundneunziger V8.
Und dann waren da noch die guten Gespräche sowie die Fröhlichkeit der Mannschaft, insbesondere einiger Neuzugänge
(Namen werden nicht genannt, sie werden sich schon selbst erkennen) und die Teilnahme endlich auch etwas mehr junger
Leute kommt mir in den Sinn. Nicht zu vergessen der spezielle Humor eines gewissen Hamburger Anwalts, den ich auf
der Rückfahrt gern als geselligen Beifahrer hätte. Oder vielleicht lieber doch nicht, das herrliche Wochenende könnte
leicht an einem Baum enden, denn wenn man zu sehr lacht, kann man einmal unverhofft die Kontrolle verlieren.
Auch gute Erinnerungen an diverse kulinarische Verwöhnstunden leuchten auf, allem voran das wunderbar mundende Gala-Essen, an dem
der Club ganz offensichtlich nicht gespart hatte. Verwundert erinnere ich mich im Gegenzug daran, daß ich im mittelalterlichen
Hameln am Abend der einzige am Tisch war, der voller Begeisterung das Geschnetzelte mit den – zugegebenermaßen etwas zu ausführlich
gekochten Nudeln – restlos vertilgte. Die anderen sechs Herrschaften an meinem Tisch ließen geschätzte 50 bis 70 Prozent der Speise
zurückgehen. Höflich, wie die AMOC-Leute nun einmal sind, mit einem freundlichen Lächeln und der Bemerkung „ . . war wohl zu viel
für mich . . „ um den Ober nicht zu verletzen, der das Zeugs ja auch höchstwahrscheinlich nicht gekocht hatte.
Aber so richtig voll habe ich den Kopf vom Wichtigsten, den Autos: dem seltenen roten DB4; Antonius’ endlich fertig gewordenem DB2/I,
makellos und sicher besser im Futter, als jemals von Werk geliefert; dem atemberaubenden neuen DBS mit dem so geschmackvoll gestylten
Innenraum und Uwe Bauers knallrotem DB6 Vantage, der so zu unrecht der falschen Farbe verdächtigt wird, aber mir nichtsdestotrotz ganz
besonders gut gefällt.
Wann ist das nächste Clubtreffen? Zu sehr in weitester Ferne. Kein Wunder, daß trübsinnige Stimmung den Rückweg nach Hamburg kennzeichnet,
war das Event doch wieder gefühlt zu kurz. Vor mir ein grauer Golf, hinter mir eine E-Klasse, weit und breit kein Aston Martin: wie soll
da Freude aufkommen?
Jochen Braun
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